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Wer
kennt ihn nicht, den Weißen Storch!
Kein anderer Großvogel hat sich dem Menschen so eng angeschlossen und
genießt so viel Sympathie wie unser Freund Adebar. Geschichten und Überlieferungen,
aber auch Sagen und Mythen machten ihn zu einer der volkstümlichsten Vogelarten.
Leider ist der Weißstorch heute aus vielen Regionen verschwunden und auch
in Baden-Württemberg mit ca. 200 Brutpaaren ein seltener Gast geworden.
Um so erfreulicher ist es, dass unsere Besucher in der näheren Umgebung
gleich vier Storchenpaare antreffen könne. Durch ein Wiederansiedlungsprogramm
wurden ab 1992 diese Brutpaare im Jagsttal ausgewildert und fanden zwischen
Dörzbach und Schöntal einen neuen Lebensraum.
Unser Storchenpaar hat sich mitten im Ort, auf dem Schlossdach der Herren von
Eyb, niedergelassen und ist heute ein fester Bestandteil des Gemeindelebens.
Durch eine am Storchenhorst angebrachte Kamera können unsere Besucher und
Gäste das Brutgeschäft und Familienleben der Störche über
einen Monitor live verfolgen und miterleben. Sind die Störche einmal nicht
auf dem Schlossdach anzutreffen, finden wir sie häufig auf der Jagstinsel
oder am Wehr, von der Jagstbrücke aus können sie auch hier gut beobachtet
werden.
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Der
Weißstorch
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Ciconia ciconia (Linne 1758) |
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Volkstümliche
Namen:
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Klapperstorch, Adebar, Langbein, Stelzbein, Knickerbein, Hoierboier, Heilebart |
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Kennzeichen:
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Mit keinem anderen Großvogel Europas zu verwechseln. Stehend etwa 80 cm hoch, 2600-4400g schwer. Flügelspannweite bis zu 2 m. Schnabellänge 14 19 cm. Gefieder weiß, nur die Schwungfedern und Teil der Oberflügeldecken schwarz. Außer Schnabelklappern und Zischlauten keine Lautäußerungen. Zugvogel; Winterquartiere in West-, Ost- und Südafrika. |
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Verbreitung:
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Europa von Portugal im Westen bis zum 40. Längengrad nach Osten im Gebiet der ehemaligen UdSSR. Nordgrenze entlang Ostseeküste, Nordafrika, Kleinasien. Kleine Brutpopulation in Süd-afrika. Unterart im extremen Westen Chinas. |
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Lebensraum:
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Offene Landschaften, im allgemeinen Feuchtgrünland, Flussniederungen mit periodischen Überschwemmungen, extensiv genutzte Wiesen und Weiden, Auengebiete. In Südeuropa und Nordafrika auch in Trockengebieten. |
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Siedlungsdichte:
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In Deutschland und Westeuropa inzwischen sehr geringe Siedlungsdichte, aus vielen Regionen verschwunden. In Nordost-Polen maximale Siedlungsdichten von bis zu 64 Brutpaaren pro 100 qkm z.Z. in ganz Polen ca. 30 000 Brutpaare. Bei hohen Siedlungsdichten Koloniebrüter. Bis zu 5 Nester auf einem Hausdach, mehr als 50 Nester in einem Dorf.
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Nahrung:
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Kleinsäuger, Froschlurche, Eidechsen, Schlangen, Fische, große Insekten und ihre Larven, Regenwürmer, ausnahmsweise Eier und Junge von Bodenbrütern. |
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Nest:
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Brütet auf Hausdächern,
Bäumen und Felsen. Nest aus Ästen, bis zu 2 m Durchmesser, bis
zu 4 m hoch und 2 Tonnen schwer.
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Störche
in Deutschland:
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Seit der
ersten Storchzählung von 1934 nimmt die Anzahl der Störche rapide
ab. Waren es 1934 noch 9035 Brutpaare in Deutschland sind es 1991 nur noch
3225 gewesen. Das ist eine Abnahme von 64 %, die vor allem auf die immer
stärker werdende Zerstörung der natürlichen Lebensräume
zurückzuführen ist. Und diese dramatische Situation soll anhalten,
da durch "effizientere" Landnutzung
in den nächsten Jahren in den Neuen Bundesländern enorme Bestandseinbußen
zu erwarten sind. Wenn diese Entwicklung weiter in diesem Maße anhalten
sollte, ist es durchaus möglich, dass der Storch im Jahr 2005 aus weiten
Teilen Deutschlands verschwunden sein wird. Störche finden sich in Deutschland vor allem an den beiden größten Flüssen im Norden: Der Elbe und der Oder. |